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By Edmund Husserl, Rochus Sowa, Thomas Vongehr

Der vorliegende Band versammelt Forschungsmanuskripte aus dem Nachlass Edmund Husserls zu vier miteinander zusammenhängenden Themenbereichen. Die Manuskripte des ersten Themenbereichs bieten phänomenologische Analysen zu den Phänomenen des Unbewusstseins und zu den damit verbundenen Problemen von Geburt, Schlaf und Tod und führen an die Grenzen der transzendentalen Phänomenologie als einer deskriptiven Wissenschaft. Dies gilt auch für die Phänomenologie der Instinkte, die sich in den Manuskripten des zweiten Themenbereichs findet. Die Texte der beiden ersten Themenbereiche bieten wesentliche Stücke einer phänomenologischen Fundierung der Husserl’schen Metaphysik. Diese Metaphysik wird von Husserl in den Texten des dritten Themenbereichs als eine spekulative Monadologie und Teleologie sowie als eine damit eng verbundene philosophische Theologie in Ansätzen entfaltet. Die vierte und größte Gruppe der in vorliegenden Band edierten Manuskripte dokumentiert in einer repräsentativen Textauswahl Husserls ethisches Denken, wie es sich in seinen Freiburger Jahren entwickelt hat. Husserl rückt in diesen Jahren von seiner frühen, unter dem Einfluss Brentanos stehenden Göttinger Ethik ab und entwickelt insbesondere unter dem Einfluss Fichtes eine Ethik, die in eins Individualethik, Sozialethik und Menschheitsethik ist. Für diese Ethik ist ein erweiterter Begriff von praktischer Vernunft kennzeichnend. Vernünftig und damit geboten sind nun nicht mehr einzelne Handlungen, die das Beste des in einer scenario Erreichbaren realisieren, sondern geboten ist nun eine absolut gerechtfertigte Gestaltung des ganzen je eigenen individuellen Lebens sowie eine vernünftige Gestaltung des Lebens der nationalen und übernationalen Gemeinschaften in Richtung auf das excellent einer Liebesgemeinschaft gegenseitiger Fürsorge. Angesichts der Irrationalität im Leben des Einzelnen und in der Geschichte der Menschheit drängen sich Husserl Fragen nach dem Wert und der Möglichkeit ethischen Handelns überhaupt auf. In diesem Zusammenhang rücken das Phänomen der Liebe als Quelle bindender Werte und als Motiv ethischen Handelns sowie das Phänomen des individuellen Rufs zu einer Lebensaufgabe ins Zentrum von Husserls späten ethischen Reflexionen.

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Siehe hierzu J. Linschoten, On falling asleep, in: Phenomenological Psychology. The Dutch School, ed. by Joseph J. Kockelmans, Dordrecht/Boston/Lancaster 1987 (Phaenomenologica 103), S. 79–117. “ (Husserliana XXXIX, S. 592). “ (Husserliana Materialien VIII, S. ) und sogar von einer „Theorie des Schlafs“ (Husserliana Materialien VIII, S. 301 Anm. 1). Die Interpretation bzw. Theorie des Schlafs steht bei Husserl einerseits im Dienste einer umfassenden Theorie der Weltkonstitution und andererseits im Dienste einer metaphysischen Deutung des hypothetischen pränatalen und postmortalen Seins der weltkonstituierenden Subjektivität.

2 Dagegen ist die Sehnsucht nach Speise oder gar nach einer bestimmten Speise nicht mehr blind; sie ist daher für Husserl kein Instinkt, sondern „be st immt e s Be g e hre n“3; als Instinkt ist dagegen die „Sehnsucht im Hunger, de r Hung e rt rie b“4 zu bezeichnen. Der instinktive Trieb in seinem blinden, dunklen Drange geht der Bestimmtheit seines Worauf vorher, und dieses Worauf ist immer etwas, das sich erst in der Erfüllung enthüllt, also immer ein „Nachkommendes“5. 6 Zur Unenthülltheit des instinktiven Triebziels gehört auch die eigentümliche, jeder Besonderheit vorangehende „Allgemeinheit des Triebs“7.

2 „Die instinktive Furcht […] mit ihren instinktiven (nachher zielmäßigen und aktiven) Reaktionen – so bei einem plötzlichen Einbruch von unverständlich Neuem in die vertraute Umwelt, z. B. ) […]. Instinktive Furcht ist zunächst blind wie Instinkte überhaupt. “ (Husserliana XXXIX, S. 316). 3 Unten S. 86. 4 Ebd. 5 Ebd. 6 Unten S. 94. “ (Husserliana XV, S. 593). 7 Unten S. 94. 1 Was für Husserl Instinkte sind, wird noch deutlicher, wenn man die von Husserl herangezogenen Bezeichnungen und Beispiele für Instinkte betrachtet.

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